Zuletzt aktualisiert: 21.10.2026
TLDR
Ein Social Media KPI zeigt, ob ein Kanal ein konkretes Geschäftsziel erreicht. Wähle pro Ziel eine Leitkennzahl, rechne sie mit einer festen Formel und übernimm die Definitionen der Plattformen. Meta, LinkedIn und TikTok zählen Views, Reichweite und Conversions unterschiedlich.
- Leite jeden KPI aus einem Ziel ab: Sichtbarkeit, Resonanz, Traffic, Leads oder Umsatz.
- Lege fest, ob du die Engagement Rate nach Reichweite, Impressionen oder Followern berechnest.
- Meta weist organisch Views statt Impressionen aus und zählt Klick-Conversions seit März 2026 enger.
- Vergleiche Video-KPIs nur mit Blick auf die Zählschwellen der Plattformen.
- Dokumentiere Formel, Quelle, Attributionsfenster und Verantwortliche in einem KPI-Sheet.
Ein Social Media KPI (Key Performance Indicator) ist eine Kennzahl, die misst, wie gut deine Social-Media-Aktivität ein vorher definiertes Ziel erreicht. Nicht jede Zahl aus den Insights ist ein KPI. Erst die Verbindung zu einem Ziel, einem Zielwert und einem Zeitraum macht eine Metrik steuerungsrelevant. Dieser Leitfaden erklärt die wichtigsten Social-Media-Kennzahlen mit Formeln und zeigt die Unterschiede zwischen Meta, LinkedIn und TikTok (Stand Oktober 2026). Er richtet sich an Marketing, Vertrieb und Geschäftsführung in B2B und Mittelstand, die ihre Kanäle nach Wirkung steuern wollen.
Was unterscheidet Metriken, Kennzahlen und KPIs?
Eine Metrik ist jeder Messwert, den eine Plattform ausgibt, etwa Likes, Views oder Profilaufrufe. Eine Kennzahl verdichtet Metriken zu einer aussagekräftigen Größe, zum Beispiel zu einer Rate oder einem Kostenwert. Ein KPI ist die Kennzahl, an der du den Erfolg eines Ziels festmachst, mit Zielwert und Zeitraum.
Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar. Die Anzahl der Kommentare unter einem Beitrag ist eine Metrik. Die Engagement Rate setzt alle Interaktionen ins Verhältnis zur Reichweite und ist eine Kennzahl. Zum KPI wird sie, wenn du festlegst, dass die Engagement Rate nach Reichweite auf LinkedIn im zweiten Quartal mindestens das Vorjahresniveau erreichen soll.
Vanity Metrics sind Zahlen, die gut aussehen, aber keine Entscheidung auslösen. Dazu zählen Followerzahlen ohne Bezug zur Zielgruppe oder Views ohne Blick auf die Wiedergabedauer. Für die Praxis heißt das: Du brauchst wenige KPIs und viele Metriken zur Diagnose. Fällt ein KPI, erklären die Metriken darunter die Ursache. Sinkt etwa die Klickrate, zeigen Views, Wiedergabedauer und Kommentare, ob Einstieg, Thema oder Zielgruppe nicht passen.
Welche Social Media KPIs passen zu welchem Ziel?
Jedes Ziel braucht eine eigene Leitkennzahl: Reichweite für Bekanntheit, Engagement Rate für Resonanz, Klickrate für Traffic, Kosten pro Lead für Leadgenerierung und ROAS für Umsatz. Ergänzende Kennzahlen erklären, warum sich ein KPI bewegt. Die Übersicht ordnet gängige Social-Media-Kennzahlen den Zielen zu und zeigt, auf welchen Plattformen sie aus unserer Projektpraxis am meisten aussagen.
| Ziel | Leit-KPI | Ergänzende Kennzahlen | Besonders relevant auf |
|---|---|---|---|
| Bekanntheit | Reichweite | Views, Impressionen, Frequenz | Instagram, TikTok, Facebook |
| Resonanz | Engagement Rate | Kommentare, Shares, Saves | LinkedIn, Instagram |
| Aufmerksamkeit für Video | Durchschnittliche Wiedergabedauer | Abschlussquote, 6-Sekunden-Aufrufe | TikTok, Instagram Reels |
| Traffic | Klickrate (CTR) | Linkklicks, CPC | Meta Ads, LinkedIn Ads |
| Leads | Kosten pro Lead (CPL) | Lead-Formular-Abschlüsse, Conversion Rate | LinkedIn, Meta |
| Umsatz | ROAS | Conversions, Kosten pro Conversion | Meta, TikTok |
| Community und Service | Reaktionszeit | Antwortquote, Sentiment | alle Kanäle |
| Markenposition | Share of Voice | Erwähnungen, Sentiment | Social-Listening-Tool |
| Wachstum der Zielgruppe | Follower-Wachstumsrate | Profilbesuche, Anteil der Zielgruppe | LinkedIn, Instagram |
Im B2B ist der Weg von der ersten Sichtbarkeit bis zur Anfrage meist länger als im Konsumgütermarketing. Plane deshalb mindestens einen KPI für die Mitte des Funnels ein, etwa Profilbesuche aus der Zielgruppe oder Lead-Formular-Abschlüsse. Reine Reichweitenziele verleiten dazu, Inhalte für ein breites Publikum zu optimieren, das nie kauft. Wie Ziele, Kanäle und Inhalte zusammenspielen, zeigt unser Leitfaden zum Social Media Marketing.
Wie berechnest du die wichtigsten Social-Media-Kennzahlen?
Die meisten Social-Media-Kennzahlen sind einfache Verhältnisse: eine Handlung geteilt durch eine Basis. Entscheidend ist, dass du die Basis einmal festlegst und sie nie stillschweigend wechselst. Rechne Raten immer für denselben Zeitraum und dieselbe Beitragsauswahl, sonst vergleichst du unterschiedliche Grundgesamtheiten. Die Tabelle zeigt die Formeln, mit denen du Kanäle und Zeiträume vergleichbar machst.
| Kennzahl | Formel | Was sie aussagt |
|---|---|---|
| Engagement Rate nach Reichweite | Interaktionen ÷ Reichweite × 100 | Anteil der erreichten Personen, die reagieren |
| Engagement Rate nach Impressionen | Interaktionen ÷ Impressionen × 100 | Resonanz pro Sichtkontakt |
| Engagement Rate nach Followern | Interaktionen ÷ Follower × 100 | Vergleich mit Wettbewerbern |
| Frequenz | Impressionen ÷ Reichweite | Kontakte pro erreichter Person |
| Klickrate (CTR) | Klicks ÷ Impressionen × 100 | Zugkraft von Creative und Angebot |
| CPM | Kosten ÷ Impressionen × 1.000 | Preis der Aufmerksamkeit |
| CPC | Kosten ÷ Klicks | Preis pro Besuch |
| CPL | Kosten ÷ qualifizierte Leads | Preis pro Anfrage |
| ROAS | Umsatz ÷ Werbekosten | Umsatz pro eingesetztem Euro |
| Follower-Wachstumsrate | Netto-Zuwachs ÷ Follower zu Beginn × 100 | Wachstumstempo unabhängig von der Kanalgröße |
| Video-Abschlussrate | Vollständige Wiedergaben ÷ Videoaufrufe × 100 | Bindung bis zum Ende |
| Share of Voice | Eigene Erwähnungen ÷ Erwähnungen aller betrachteten Marken × 100 | Anteil am Gespräch im Markt |
Engagement Rate: nach Reichweite, Impressionen oder Followern?
Die Engagement Rate ist der Anteil der Personen oder Sichtkontakte, die mit einem Beitrag interagieren. Nach Reichweite misst sie, wie viele erreichte Personen reagieren. Nach Impressionen bezieht sie Mehrfachkontakte ein und fällt in der Regel niedriger aus. Nach Followern eignet sie sich für Wettbewerbsvergleiche, weil Followerzahlen öffentlich sind und Reichweiten nicht.
Ein Rechenbeispiel zeigt den Effekt: 40 Interaktionen bei 1.000 erreichten Personen und 1.600 Impressionen ergeben 4 Prozent nach Reichweite und 2,5 Prozent nach Impressionen. Beide Werte sind korrekt, aber nicht vergleichbar. LinkedIn rechnet im Campaign Manager mit Impressionen als Basis, viele Benchmark-Studien mit Followern. Schreib die Basis darum immer in die Spaltenüberschrift deines Dashboards.
Wie hängen CTR, CPM, CPC und CPL zusammen?
Die Klickrate (CTR, Click-Through-Rate) ist der Anteil der Impressionen, die zu einem Klick führen. Der CPM (Cost per Mille) ist der Preis für 1.000 Impressionen und zeigt, wie teuer Aufmerksamkeit in einer Zielgruppe ist. Der CPC (Cost per Click) nennt die Kosten pro Klick, der CPL (Cost per Lead) die Kosten pro qualifizierter Anfrage.
Die Werte hängen rechnerisch voneinander ab: Der CPC entspricht dem CPM geteilt durch die CTR mal 1.000, wenn du die CTR als Dezimalzahl einsetzt. Steigt der CPC, prüfst du zuerst, ob der CPM gestiegen oder die CTR gefallen ist. Aus unserer Projektpraxis deutet ein steigender CPM oft auf enge Zielgruppen oder starken Wettbewerb hin, eine fallende CTR auf ein abgenutztes Creative. Zähle für den CPL nur Leads, die dein Vertrieb als relevant bestätigt.
Follower-Wachstumsrate und Share of Voice
Die Follower-Wachstumsrate ist der prozentuale Netto-Zuwachs an Followern in einem Zeitraum, bezogen auf den Stand zu Beginn. Sie ist aussagekräftiger als die absolute Followerzahl, weil sie kleine und große Kanäle vergleichbar macht. Prüfe stichprobenartig, ob die neuen Follower zur Zielgruppe gehören, etwa nach Branche, Funktion oder Region.
Share of Voice ist der Anteil deiner Marke an allen Erwähnungen eines Themas oder Marktes im Vergleich zu definierten Wettbewerbern. Du ermittelst ihn mit einem Social-Listening-Tool: eigene Erwähnungen geteilt durch die Erwähnungen aller betrachteten Marken. Lege Wettbewerber und Suchbegriffe einmal fest, sonst springt der Wert mit jeder Änderung der Abfrage.
Welche Meta-KPIs zählen für Facebook und Instagram?
Für organische Beiträge auf Facebook und Instagram sind Views, Reichweite und Interaktionen die zentralen Meta-KPIs. Für Meta Ads kommen CPM, Link-Klickrate, Kosten pro Ergebnis und Conversions hinzu. Beachte den Wechsel der Zählweise: Meta hat Impressionen in der organischen Auswertung weitgehend durch Views ersetzt.
Was hat sich bei Views und Impressionen geändert?
Views sind bei Meta die Zahl der Wiedergaben eines Reels oder Videos. Bei Fotos, Text-Posts und Stories zählt jede Anzeige auf dem Bildschirm, Wiederholungen eingeschlossen. Laut der Ankündigung von Meta for Creators vom 14. November 2024 ersetzen Views auf Facebook die bisherigen Plays und für Stories, Fotos und Text-Posts die Impressionen. Reichweite, 3-Sekunden- und 1-Minuten-Aufrufe bleiben unverändert. Watch Time ersetzt Meta durch Minutes Viewed.
Auf Instagram gilt dieselbe Logik. Die Instagram-Entwicklerdokumentation von Meta markiert Impressionen für Medien, die nach dem 2. Juli 2024 erstellt wurden, als eingestellt. Als Basis bleiben Views und Reichweite, wobei Meta die Reichweite dort als Schätzwert kennzeichnet. Vergleiche Views deshalb nicht mit Impressionen aus älteren Reports und markiere den Wechsel in deinen Zeitreihen sichtbar.
Wie verändert die neue Meta-Attribution deine Conversion-KPIs?
Attribution ist die Regel, nach der eine Plattform eine Conversion einer Anzeige zuordnet, etwa nach einem Klick oder einer Ansicht innerhalb eines Zeitfensters. Meta hat diese Attributionslogik im März 2026 geändert. Laut der Mitteilung von Meta zur Klick-Attribution zählen bei Kampagnen mit Website- oder In-Store-Conversions im Click-through nur noch Linkklicks. Conversions nach Likes, Shares oder Saves weist Meta in der neuen Kategorie Engage-through aus.
Die Schwelle für Video-Engaged-Views sank mit der Umstellung von 10 auf 5 Sekunden. Für dein Reporting bedeutet das: Click-through-Conversions können ab der Umstellung sinken, ohne dass sich die Kampagnenleistung verändert hat. Vermerke das Datum im KPI-Sheet und betrachte Click-through und Engage-through gemeinsam. Wie du Conversions mit Pixel und Conversions API sauber erfasst, erklärt unser Beitrag zum Conversion-Tracking für Social Ads.
Welche LinkedIn KPIs sind im B2B aussagekräftig?
Die wichtigsten LinkedIn KPIs im B2B sind Engagement Rate, Seiten- und Profilbesuche aus der Zielgruppe, Lead-Formular-Abschlüsse und die Kosten pro qualifiziertem Lead. Impressionen zeigen nur, ob Inhalte ausgespielt werden. Ob sie wirken, zeigen erst die Reaktionen von Entscheiderinnen und Entscheidern.
Im Hilfebereich zu Engagement-Kennzahlen im Campaign Manager definiert LinkedIn die Engagement Rate über die Impressionen. Die Formel lautet: Klicks, Reaktionen, Kommentare, Reposts und neue Follower, geteilt durch die Impressionen. Weil Klicks einfließen, fällt sie höher aus als eine Rate, die nur Reaktionen und Kommentare zählt. Übernimm diese Formel, wenn du organische und bezahlte Beiträge vergleichen willst.
Für lange Kaufprozesse bietet LinkedIn den Revenue Attribution Report. Er verknüpft Kampagnen mit Pipeline- und Umsatzdaten und arbeitet laut LinkedIn-Mitteilung vom 18. Februar 2025 mit einem Rückblickfenster von 365 Tagen. In derselben Mitteilung berichtet LinkedIn, dass 87 Prozent der B2B-Marketer die langfristige Wirkung einer Kampagne als zunehmend schwer messbar erleben. Kurze Attributionsfenster bilden lange B2B-Kaufprozesse nur unvollständig ab.
Für Personal Branding und Corporate Influencer gelten andere Kennzahlen als für die Unternehmensseite. Hier misst du pro Person das Follower-Wachstum aus der Zielgruppe, Profilbesuche, Gesprächsanfragen und die Engagement Rate. Wie du LinkedIn dafür strategisch aufstellst, zeigt unser Leitfaden zur LinkedIn-Strategie für B2B.
Welche TikTok KPIs solltest du messen?
Auf TikTok solltest du vor allem durchschnittliche Wiedergabedauer, Abschlussquote, 6-Sekunden-Aufrufe und Shares messen. Reine Videoaufrufe sagen wenig, weil TikTok im Ads Manager jeden Wiedergabestart als Aufruf zählt. Ob ein Video Aufmerksamkeit bindet, zeigen erst die Werte zur Wiedergabedauer. Shares zeigen, ob Menschen ein Video aktiv an andere weitergeben.
Die Übersicht der Video-Play-Metriken im TikTok Ads Manager definiert die Abstufungen genau (Stand Oktober 2026). Ein Videoaufruf ist jeder Start der Wiedergabe pro Impression, Replays ausgenommen. 2-Sekunden-Aufrufe zählen Wiedergaben ab 2 Sekunden. 6-Sekunden-Aufrufe zählen Wiedergaben ab 6 Sekunden, vollständige Wiedergaben kürzerer Videos und Interaktionen in den ersten 6 Sekunden. Dazu kommen Wiedergaben von mindestens 25, 50, 75 und 100 Prozent der Länge.
Focused Views sind Aufrufe ab 6 oder 15 Sekunden oder mit einer Interaktion in diesem Zeitraum. TikTok weist sie nur für Werbetreibende aus, die Focused-View-Produkte nutzen. Lies die durchschnittliche Wiedergabedauer immer im Verhältnis zur Videolänge. 8 Sekunden entsprechen bei einem 10-Sekunden-Clip 80 Prozent, bei einem 60-Sekunden-Video gut 13 Prozent.
Wie vergleichst du Video-KPIs über Plattformen hinweg?
Video-KPIs vergleichst du plattformübergreifend über Anteile und Zeiten, nicht über absolute Views. Jede Plattform setzt die Schwelle für einen Aufruf anders. Für LinkedIn-Videoanzeigen beschreibt der LinkedIn-Hilfebereich zu Video-Kennzahlen im Campaign Manager die Schwelle genau. Ein Aufruf zählt ab 2 Sekunden ununterbrochener Wiedergabe bei mindestens 50 Prozent Sichtbarkeit oder bei einem Klick auf den Call-to-Action.
| Plattform und Bereich | Was als Aufruf zählt | Weitere Video-Kennzahlen |
|---|---|---|
| Facebook, organisch | Jede Wiedergabe eines Reels oder Videos | 3-Sekunden- und 1-Minuten-Aufrufe, Minutes Viewed |
| Instagram, organisch | Views statt Impressionen für Medien ab 2. Juli 2024 | Durchschnittliche Wiedergabezeit bei Reels |
| Meta Ads, Attribution | Video-Engaged-View ab 5 Sekunden (bis März 2026: 10 Sekunden) | Engage-through-Conversions |
| LinkedIn Ads | Ab 2 Sekunden bei mindestens 50 Prozent Sichtbarkeit oder Klick auf den Call-to-Action | Abschlüsse ab 97 Prozent der Videolänge |
| TikTok Ads | Jeder Wiedergabestart pro Impression, ohne Replays | 2- und 6-Sekunden-Aufrufe, Focused Views, Wiedergabe-Stufen von 25 bis 100 Prozent |
Die Video-Abschlussrate (Completion Rate) ist der Anteil der Aufrufe, bei denen das Video bis zum Ende läuft. Sie gehört mit der durchschnittlichen Wiedergabedauer in jedes Video-Dashboard. Ein Engagement Score, der Interaktionen gewichtet, kann diese Werte ergänzen. Er braucht eine dokumentierte Gewichtung, sonst kann niemand nachvollziehen, warum der Score steigt oder fällt.
Welche KPIs gehören ins Social Media Monitoring?
Ins Social Media Monitoring gehören Erwähnungen, Sentiment, Share of Voice und Reaktionszeit. Diese Kennzahlen messen nicht deine eigenen Posts, sondern das Gespräch über deine Marke und deinen Markt. Sie zeigen früh, ob sich Stimmung, Themen oder Wettbewerbsposition verschieben. Du erhebst sie mit einem Social-Listening-Tool, weil die Insights der Plattformen vor allem eigene Inhalte abdecken.
Sentiment ist die Tonalität von Erwähnungen, meist eingeteilt in positiv, neutral und negativ. Aus unserer Projektpraxis ordnen automatische Analysen Ironie und Fachjargon häufig falsch ein. Prüfe eine Stichprobe manuell, bevor du Sentiment-Werte an die Geschäftsführung berichtest. Die Reaktionszeit ist die durchschnittliche Zeit bis zur ersten Antwort auf Kommentare und Nachrichten. Im Community Management ist sie der Leit-KPI, weil Nutzerinnen und Nutzer Wartezeit unmittelbar spüren.
Was ist eine gute Engagement Rate?
Eine gute Engagement Rate liegt über dem Median deiner Branche und über dem eigenen Durchschnitt, berechnet mit derselben Formel. Allgemeine Richtwerte dienen nur zur Orientierung. Einen Anhaltspunkt liefert der Social Media Industry Benchmark Report 2026 von Quid, früher von Rival IQ herausgegeben. Er nennt als branchenübergreifenden Median pro Beitrag 0,30 Prozent für Instagram und 2,01 Prozent für TikTok.
Diese Werte basieren auf Interaktionen geteilt durch Follower und auf einer Stichprobe von 150 Unternehmen je Branche. Mit einer Engagement Rate nach Impressionen oder Reichweite sind sie nicht vergleichbar. Für dein Reporting zählt der eigene Verlauf über mindestens zwei Quartale mehr als jeder externe Benchmark. Vergleiche zudem nur Formate, die ähnlich ausgespielt werden, etwa Reels mit Reels.
Wie baust du ein KPI-Set auf, das Entscheidungen trägt?
Ein belastbares KPI-Set entsteht in fünf Schritten, vom Ziel bis zum Review-Rhythmus. Begrenze dich auf wenige KPIs pro Kanal. Alles Weitere sind Diagnosemetriken, die du bei Abweichungen öffnest. Aus unserer Projektpraxis gilt: Je weniger KPIs ein Kanal hat, desto klarer fallen die Entscheidungen im Review aus.
- Ziel festlegen: Formuliere pro Kanal ein Geschäftsziel, etwa Anfragen aus dem Maschinenbau oder Bewerbungen für die Ausbildung.
- Leit-KPI wählen: Ordne jedem Ziel genau eine Kennzahl zu, die eine Entscheidung auslöst.
- Formel und Quelle dokumentieren: Halte im KPI-Sheet Definition, Formel, Datenquelle, Attributionsfenster und verantwortliche Person fest.
- Zielwert setzen: Leite den Zielwert aus dem eigenen Verlauf der letzten Monate ab, nicht aus fremden Benchmarks.
- Review-Rhythmus vereinbaren: Prüfe operative Werte wöchentlich, KPIs monatlich und das KPI-Set selbst jedes Quartal.
Trage Plattformänderungen wie die neue Meta-Attribution oder den Wechsel zu Views mit Datum ins KPI-Sheet ein. So bleiben Zeitreihen lesbar, auch wenn sich Definitionen ändern. Der KPI-Katalog legt fest, was du misst. Das Reporting legt fest, wem du welche Zahlen in welcher Form zeigst und welche Maßnahmen daraus folgen.
Mehr dazu: Social Media Reporting und Dashboard für Führungskräfte.
Bei Mediatouch steht am Anfang ein Audit der Kanäle, danach folgen ein Zielbild pro Kanal, eine Themenlandkarte und eine 90-Tage-Roadmap. Im laufenden Betrieb liefern wir monatliche Reportings mit Insights, ein Dashboard mit Kennzahlen und einen Maßnahmenplan für den nächsten Zyklus. Wenn du das nicht intern abbilden willst, übernimmt unsere Social Media Betreuung Strategie, Redaktion, Community Management und Reporting.
Wie sieht ein KPI-Set in der Praxis aus?
Ein KPI-Set in der Praxis verbindet Reichweite, Resonanz und Wachstum mit einem klaren Programmziel. Für das Corporate-Influencer-Programm von NTT DATA Business Solutions hat Mediatouch LinkedIn von null aufgebaut, ohne vorhandenes Know-how, Inhalte oder Prozesse. Als KPIs dienten Impressionen, erreichte Mitglieder, Follower pro Influencer und die Engagement Rate.
Nach 12 Monaten standen über 1 Mio. Impressionen, 243.404 erreichte Mitglieder, durchschnittlich 3.248 Follower:innen pro Influencer und eine durchschnittliche Engagement Rate von rund 1,89 Prozent. Sara Palopoli von NTT DATA Business Solutions sagt dazu: „Wir haben es eigentlich nur mal ausprobieren und haben euch dazu geholt um uns einen coolen Start zu geben. Dass das dabei rauskommt, hätten wir nie für möglich gehalten.“
Fazit
Ein Social Media KPI ist nur so belastbar wie seine Definition. Wer Formel, Basis und Datenquelle festhält, kann Kanäle vergleichen und Budgets begründen. Die Plattformen ändern ihre Zählweisen regelmäßig, wie der Wechsel zu Views und die Meta-Attribution von 2026 zeigen. Starte mit einem Blick auf deine heutigen Kennzahlen und streiche alles, was keine Entscheidung auslöst.
Häufige Fragen zu Social Media KPIs
Was sind Social Media KPIs?
Social Media KPIs sind Kennzahlen, mit denen du misst, ob deine Social-Media-Aktivitäten ein festgelegtes Ziel erreichen. Typische KPIs sind Reichweite für Bekanntheit, Engagement Rate für Resonanz, Klickrate für Traffic, Kosten pro Lead für Leadgenerierung und ROAS für Umsatz. Zum KPI wird eine Kennzahl erst, wenn sie einen Zielwert, einen Zeitraum und eine verantwortliche Person hat. Alle übrigen Werte aus den Plattform-Insights sind Metriken zur Diagnose.
Welche Social-Media-Kennzahlen sind am wichtigsten?
Welche Social-Media-Kennzahlen am wichtigsten sind, hängt vom Ziel ab. Für Bekanntheit zählen Reichweite und Views, für Resonanz die Engagement Rate und für Traffic die Klickrate. Für den Vertrieb sind Kosten pro Lead oder ROAS entscheidend. Im B2B lohnt sich ein KPI für die Mitte des Funnels, etwa Profilbesuche aus der Zielgruppe. Followerzahlen allein sagen wenig, solange du nicht prüfst, ob die neuen Follower zur Zielgruppe gehören.
Wie berechnet man die Engagement Rate auf Social Media?
Die Engagement Rate berechnest du, indem du die Interaktionen eines Beitrags durch eine Basis teilst und mit 100 multiplizierst. Als Basis dienen Reichweite, Impressionen oder Follower. Nach Reichweite misst sie den Anteil erreichter Personen, die reagieren. Nach Impressionen fällt sie meist niedriger aus, weil Mehrfachkontakte zählen. LinkedIn teilt Klicks, Reaktionen, Kommentare, Reposts und neue Follower durch die Impressionen. Wähle eine Basis und behalte sie in allen Reports bei.
Welche KPIs sind für LinkedIn wichtig?
Auf LinkedIn zählen vor allem Engagement Rate, Follower-Wachstum aus der Zielgruppe, Seiten- und Profilbesuche, Lead-Formular-Abschlüsse und Kosten pro qualifiziertem Lead. Für Videoanzeigen zählt LinkedIn einen Aufruf ab 2 Sekunden Wiedergabe bei mindestens 50 Prozent Sichtbarkeit. Für lange B2B-Kaufprozesse gibt es den Revenue Attribution Report mit einem Rückblick von 365 Tagen. Bei Corporate Influencern misst du die Kennzahlen pro Person und nicht nur für die Unternehmensseite.
Welche KPIs sind für TikTok wichtig?
Auf TikTok sind durchschnittliche Wiedergabedauer, Abschlussquote, 6-Sekunden-Aufrufe, Shares und neue Follower die relevanten KPIs. Reine Videoaufrufe zählen jeden Wiedergabestart und sagen wenig über Aufmerksamkeit. Im TikTok Ads Manager kommen 2-Sekunden-Aufrufe, Focused Views ab 6 oder 15 Sekunden und Wiedergabe-Stufen von 25 bis 100 Prozent hinzu. Lies die Wiedergabedauer immer im Verhältnis zur Videolänge, sonst benachteiligst du längere Videos.
Welche KPIs nutzt man für Meta Ads?
Für Meta Ads sind CPM, Link-Klickrate, Kosten pro Ergebnis, Conversions und ROAS die zentralen KPIs. Seit März 2026 zählt Meta bei Kampagnen mit Website- oder In-Store-Conversions im Click-through nur noch Linkklicks. Conversions nach Likes, Shares oder Saves weist Meta als Engage-through aus. Betrachte beide Werte gemeinsam und vermerke den Umstellungszeitpunkt im Reporting, damit Vergleiche mit älteren Zeiträumen nicht zu falschen Schlüssen führen.
Was ist der Unterschied zwischen Reichweite und Impressionen?
Reichweite ist die Zahl der Personen oder Konten, die einen Inhalt mindestens einmal gesehen haben. Impressionen zählen jeden einzelnen Sichtkontakt, auch wenn dieselbe Person einen Beitrag mehrfach sieht. Teilst du Impressionen durch Reichweite, erhältst du die Frequenz. Meta weist für organische Beiträge auf Facebook und Instagram inzwischen Views statt Impressionen aus. In der Werbeanzeigenverwaltung bleiben Impressionen die Basis für den CPM.
Wie oft sollte man Social Media KPIs auswerten?
Aus unserer Projektpraxis empfehlen wir einen gestuften Rhythmus. Operative Werte wie Reaktionszeit oder Kosten pro Ergebnis prüft das Team wöchentlich. Die KPIs berichtest du monatlich mit Einordnung und Maßnahmen. Einmal pro Quartal prüfst du das KPI-Set selbst: Passen die Ziele noch, haben Plattformen Definitionen geändert, sind neue Kennzahlen hinzugekommen? So bleiben Zeitreihen vergleichbar und das Reporting bleibt nah an den Entscheidungen.
Autor: Joscha Kukemüller, Geschäftsführer der Mediatouch GmbH
Joscha Kukemüller leitet Mediatouch, die Social Media Agentur aus Hannover, und verantwortet die Umsetzung von Social-Media-Programmen für Industrie- und B2B-Marken. Sein Schwerpunkt liegt auf Content Operations und KI-gestützten Redaktionsworkflows mit klaren Qualitätsregeln.
Transparenzhinweis: Bei Recherche und Entwurf dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Aussagen, Beispiele und Quellen wurden anschließend redaktionell geprüft und eingeordnet. Die redaktionelle Verantwortung für den veröffentlichten Text liegt bei der Mediatouch GmbH.
Keine Lust, es selbst zu machen?
Du willst ein KPI-Set, das Team und Geschäftsführung gleich lesen? Unsere Social Media Betreuung verbindet Strategie, Redaktion und Community Management mit einem monatlichen Reporting samt Dashboard und Maßnahmenplan. Wir starten mit einem Audit deiner Kanäle und einem Zielbild pro Kanal.
Weiterführende Services
Strategie, Redaktion, Community Management und monatliches Reporting bündeln wir in unserer Social Media Betreuung. Kampagnen auf Meta, LinkedIn und TikTok mit klar definierten Conversion-KPIs steuert unser Team für Paid Social. Wenn Mitarbeitende auf LinkedIn sichtbar werden sollen, begleiten wir dich mit einem Corporate-Influencer-Programm. Reels, Videos und Karussells für deine Kanäle entstehen in unserer Content Creation.