Social Media Agentur finden: 10 Kriterien, Checkliste und Kosten

Social Media Agentur finden: 10 Kriterien, Checkliste und Kosten

Zuletzt aktualisiert: 03.11.2026


TLDR

Eine passende Social Media Agentur findest du mit einem klaren Briefing, einer Shortlist von drei Agenturen und einer gewichteten Scorecard. Entscheidend sind belegte Cases, ein fester Ansprechpartner, saubere Verträge zu Rechten und Zugängen sowie ein transparenter Plan für die ersten 90 Tage.

  • Vier Agenturtypen kommen infrage: Full-Service-Agentur, Spezialagentur, Plattform-Spezialist und Freelancer.
  • Zehn Auswahlkriterien reichen von Branchenerfahrung über Reporting bis zu Content-Rechten und KI-Einsatz.
  • Follower-Garantien, gekaufte Reichweite und fehlende Referenzen sind klare Warnsignale.
  • Accounts, Werbekonten und Nutzungsrechte gehören vertraglich zu deinem Unternehmen, nicht zur Agentur.
  • Die ersten 90 Tage führen vom Audit über Strategie und Livegang bis zum ersten Maßnahmenplan.

Eine Social Media Agentur ist ein externer Dienstleister, der die Social-Media-Arbeit eines Unternehmens ganz oder in Teilen übernimmt. Dazu zählen Strategie, Inhalte, Community Management, Werbeanzeigen und Auswertung auf Plattformen wie LinkedIn, Instagram, TikTok oder YouTube. Wer eine Social Media Agentur finden will, vergleicht oft zuerst Preise und Referenzlogos. Aussagekräftiger sind Prozesse, Verträge und die Frage, wer im Alltag an deinem Account arbeitet. Dieser Leitfaden gibt dir eine Schrittfolge für die Suche, zehn Kriterien mit Prüffragen, eine Scorecard für den Angebotsvergleich und einen Vertragscheck. Plattform- und Rechtsangaben haben den Stand Oktober 2026.


Was macht eine Social Media Agentur und wann lohnt sie sich?

Eine Social Media Agentur plant und betreut die Auftritte eines Unternehmens auf sozialen Plattformen und misst ihre Wirkung. Sie lohnt sich, wenn deinem Team Zeit, Produktionswissen oder Plattform-Know-how fehlt, um Kanäle kontinuierlich zu bespielen. Community Management ist die Betreuung von Kommentaren, Nachrichten und Erwähnungen im Namen der Marke. Paid Social ist bezahlte Werbung auf sozialen Plattformen, etwa über Meta Ads, LinkedIn Ads oder TikTok Ads.

Ein Profil anzulegen ist der leichte Teil. Laut einer repräsentativen Bitkom-Umfrage aus dem Frühjahr 2025 haben 80 Prozent der Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland mindestens ein Social-Media-Profil. „Entscheidend ist, dass die Profile auch kontinuierlich gepflegt werden – verwaiste Social-Media-Auftritte schaden dem Image mehr, als sie nutzen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Der Report Digital 2026 Germany von DataReportal zählt für Oktober 2025 in Deutschland 64,7 Millionen Social-Media-Nutzeridentitäten, das entspricht 77,1 Prozent der Bevölkerung. Nutzeridentitäten sind Konten, nicht zwingend einzelne Personen. Welche Aufgaben Social Media im Unternehmen umfasst, erklärt unser Leitfaden zum Social Media Marketing. Eine Agentur lohnt sich aus unserer Projektpraxis vor allem in diesen Situationen:

  • Deine Kanäle laufen nur, wenn eine einzelne Person gerade Zeit hat.
  • Dir fehlen Produktion und Schnitt für Video, Reels oder Karussells.
  • Du willst Werbebudget auf Meta, LinkedIn oder TikTok einsetzen und messbar steuern.

Welche Arten von Social Media Agenturen gibt es?

Für Unternehmen kommen vier Typen infrage: Full-Service-Agenturen, Spezialagenturen, Plattform-Spezialisten und Freelancer. Welcher Typ passt, hängt davon ab, wie viel Strategie- und Produktionskompetenz du intern hast. Die Tabelle zeigt Einsatzfall und Grenzen jedes Typs.


AgenturtypLeistungsumfangPasst, wenn …Grenzen
Full-Service-AgenturStrategie, Redaktion, Content-Produktion, Community Management, Paid Social, Reportingdu mehrere Kanäle aus einer Hand steuern willst und intern wenig Kapazität hastDas Ergebnis hängt stark vom zugeteilten Team ab, frag nach Namen.
Spezialagenturein Gewerk in großer Tiefe, etwa Video, Paid Social oder Community Managementdein Team die Strategie führt und ein Gewerk fehltSchnittstellen zu anderen Dienstleistern steuerst du selbst.
Plattform-SpezialistStrategie und Umsetzung für eine Plattform, etwa LinkedIn oder TikTokein Kanal geschäftskritisch ist, zum Beispiel LinkedIn im B2BKanalübergreifende Planung und Produktion fehlen oft.
Freelancereinzelne Leistungen wie Texte, Schnitt, Fotos oder KampagnensteuerungAufgaben klar umrissen sind und intern jemand steuertVertretung bei Urlaub und Krankheit, begrenzte Kapazität

Eine Full-Service-Agentur ist ein Dienstleister, der alle Social-Media-Leistungen aus einer Hand anbietet. Sie passt, wenn du Markenauftritt, Social Media und Contentproduktion nicht auf mehrere Dienstleister verteilen willst. Spezialisten liefern in ihrem Gewerk oft mehr Tiefe, die Übergaben steuerst du selbst. Prüfe bei jedem Typ, ob die Agentur ihre Grenzen offen benennt.


Social Media Agentur oder Inhouse: Was passt zu deinem Unternehmen?

Ein Inhouse-Team passt, wenn Social Media dauerhaft viel Kapazität bindet und du Personal mit Plattform- und Produktionswissen halten kannst. Eine Agentur passt, wenn du Tempo, Methodenwissen und Vertretung brauchst, ohne Stellen aufzubauen. Ein Hybridmodell ist eine Arbeitsteilung, bei der Strategie und Freigaben intern bleiben und die Agentur Produktion, Redaktion oder Kampagnen übernimmt. Aus unserer Projektpraxis ist dieses Modell im Mittelstand häufig, weil das Fachwissen im Unternehmen sitzt und das Social-Media-Handwerk extern dazukommt.


KriteriumInhouse-TeamAgenturHybrid
Produkt- und Kundenwissenhoch und direkt verfügbarwird im Onboarding aufgebautintern vorhanden, extern ergänzt
Methoden- und Plattformwissenabhängig von Weiterbildung einzelner Personenbreit, aus vielen Projektenextern eingebracht, intern gelernt
Vertretung bei Urlaub und Krankheitschwierig in kleinen Teamsim Agenturteam organisiertüber die Agentur abgesichert
KostenstrukturGehälter, Tools und Weiterbildung als FixkostenHonorar nach Leistungsumfanggeringere Fixkosten, Honorar für Teilleistungen
SteuerungsaufwandFührung und Planung internBriefing, Abstimmung, Freigabenklare Rollenverteilung nötig

Rechne beim Vergleich mit Vollkosten. Zu einer Inhouse-Stelle gehören neben dem Gehalt auch Tools, Weiterbildung, Produktionstechnik und eine Lösung für Ausfallzeiten. Bei einer Agentur kommen interne Stunden für Briefing, Abstimmung und Freigaben hinzu. Erst mit beiden Seiten der Rechnung wird der Vergleich fair.


Wie findest du die richtige Social Media Agentur in 7 Schritten?

Du findest die richtige Social Media Agentur, indem du zuerst Ziele, Kanäle und Budget klärst und erst danach Agenturen vergleichst. Die Reihenfolge stammt aus unserer Projektpraxis und verhindert, dass Angebote mit unterschiedlichem Leistungsumfang gegeneinander antreten.

  1. Ziele, Kanäle und Budgetrahmen intern festlegen, inklusive Mediabudget für Anzeigen.
  2. Ein Briefing von ein bis zwei Seiten schreiben.
  3. Eine Longlist aus Empfehlungen, Case-Seiten und Fachbeiträgen der Agenturen bilden.
  4. Drei Agenturen auf die Shortlist setzen und allen dasselbe Briefing schicken.
  5. Erstgespräche mit derselben Fragenliste führen und Referenzkunden anrufen.
  6. Angebote mit einer gewichteten Scorecard vergleichen, den Preis erst danach.
  7. Den Vertrag mit Rechten, Zugängen, Datenschutz und Exit-Regel schließen und mit einem Kick-off starten.

Ein Pitch ist ein Auswahlverfahren, bei dem Agenturen auf Basis eines Briefings Ideen und Konzepte präsentieren. Über den Alltag einer laufenden Betreuung sagt ein kreativer Pitch wenig aus. Aussagekräftiger ist aus unserer Erfahrung ein bezahlter Workshop oder ein kleines Probeprojekt. Dort erlebst du Arbeitsweise, Rückfragen und Tempo, bevor du dich länger bindest.


Was gehört in das Briefing an die Agentur?

Ein Briefing ist eine schriftliche Aufgabenbeschreibung, die allen angefragten Agenturen dieselbe Ausgangslage gibt. Nur mit identischem Briefing werden die Angebote vergleichbar. Diese Punkte gehören hinein:

  • Unternehmensziele und Rolle von Social Media, etwa Bekanntheit, Anfragen oder Recruiting
  • Zielgruppen mit Funktion, Branche und Region
  • aktuelle Kanäle mit Kennzahlen, Zugängen und bisherigen Dienstleistern
  • gewünschter Leistungsumfang und Aufgaben, die intern bleiben
  • Ansprechpartner, Freigabeweg und verfügbare Zeit im eigenen Team
  • Budgetrahmen für Betreuung, Produktion und Mediabudget
  • Zeitplan bis zur Entscheidung und gewünschter Starttermin

Welche 10 Kriterien entscheiden bei der Auswahl einer Social Media Agentur?

Die zehn Kriterien sind Branchenerfahrung, belegte Cases, Team, Prozess, Reporting, Datenschutz und Zugänge, Vertragslaufzeit, Content-Rechte, KI-Einsatz und Kultur. Wenn du eine Agentur für Social Media auswählst, nutze die Tabelle als Checkliste. Sie zeigt, wie du jedes Kriterium prüfst und woran du ein schwaches Angebot erkennst.


KriteriumSo prüfst du esWarnsignal
1. BranchenerfahrungCases aus deiner oder einer ähnlich erklärungsbedürftigen Branche, sicherer Umgang mit Fachbegriffenkeine Rückfragen zu deinem Geschäftsmodell
2. Belegte Cases mit ZahlenCase-Seiten mit Zeitraum, Ausgangslage, Leistungsumfang und Kennzahlen, dazu ein Referenzkontaktnur Logos, keine Zahlen, kein Zeitraum
3. Team und AnsprechpartnerNamen der Personen, die deinen Account betreuen, und eine Vertretungsregelerfahrenes Team im Pitch, unbekanntes Team im Alltag
4. Prozess und FreigabenBeispiel-Redaktionsplan, Freigabeschleife, vereinbarte ReaktionszeitenAbläufe auf Zuruf, keine Freigaberegeln
5. Reportinganonymisierter Beispielreport mit Interpretation und Maßnahmennur Screenshots von Followern und Likes
6. Datenschutz und Zugängepersonalisierte Rollen, Vertrag zur Auftragsverarbeitung, Regeln für DirektnachrichtenFrage nach deinem Passwort
7. Vertragslaufzeit und KündigungMindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Übergabe bei Vertragsendelange Bindung ohne Begründung, keine Exit-Regel
8. Rechte an Contenteinzeln benannte Nutzungsarten, Herausgabe von Rohmaterial, Lizenzen für Musik und Bilder„Rechte bleiben bei der Agentur“ ohne Lizenz für dich
9. KI-Einsatz und Kennzeichnungeingesetzte Werkzeuge, Datenumgang, menschliche Freigabe, Kennzeichnungkeine Auskunft oder ausweichende Antworten
10. Kultur und ZusammenarbeitRückfragen, begründeter Widerspruch zu deinen Annahmen, Tonalität im Gesprächnur Zustimmung, keine kritischen Fragen

Die Reihenfolge der Tabelle ist keine Rangfolge. Ein Industrieunternehmen mit erklärungsbedürftigen Produkten gewichtet Branchenerfahrung höher, eine Konsumgütermarke mit viel Community-Dialog eher Prozesse und Reaktionszeiten. Diese Gewichtung machst du mit einer Scorecard sichtbar. Lege sie fest, bevor du die erste Agentur triffst.


Wie vergleichst du Angebote mit einer Scorecard?

Eine Scorecard ist eine Bewertungstabelle, in der du jedes Kriterium gewichtest und jede Agentur nach demselben Maßstab bewertest. Sie macht aus Bauchgefühl einen Vergleich, den du intern begründen kannst. So gehst du vor:

  1. Gewichte jedes der zehn Kriterien mit 1 (wünschenswert), 2 (wichtig) oder 3 (entscheidend).
  2. Vergib pro Agentur 0 Punkte (nicht erfüllt), 1 Punkt (nur behauptet) oder 2 Punkte (mit Nachweis erfüllt).
  3. Multipliziere Gewicht und Punkte und addiere die Werte je Agentur.
  4. Lass mindestens zwei Personen unabhängig bewerten und kläre Abweichungen im Gespräch.
  5. Lege Datenschutz und Zugänge sowie Content-Rechte als Ausschlusskriterien fest: 0 Punkte dort bedeuten das Aus.
  6. Vergleiche Preise erst, wenn die Qualitätswerte feststehen.

Ein Nachweis ist alles, was du selbst sehen kannst: eine Case-Seite, ein anonymisierter Beispielreport, ein Vertragsentwurf oder ein Gespräch mit einem Referenzkunden. Aus unserer Projektpraxis trennt der Unterschied zwischen „behauptet“ und „belegt“ die Angebote oft schärfer als der Preis.


Welche Fragen solltest du einer Social Media Agentur im Erstgespräch stellen?

Stell im Erstgespräch Fragen, die Arbeitsweise und Verantwortung sichtbar machen, nicht nur Ideen. Gute Agenturen antworten konkret, mit Namen, Abläufen und Beispielen. Diese neun Fragen decken die Auswahlkriterien ab:

  • Wer betreut unseren Account im Alltag, und wer vertritt diese Person?
  • Welche Cases aus vergleichbaren Branchen könnt ihr mit Zeitraum und Kennzahlen zeigen?
  • Wie läuft ein typischer Monat ab, von der Themenplanung bis zur Freigabe?
  • Wie schnell reagiert ihr auf Kommentare, und wer entscheidet bei einem kritischen Verlauf?
  • Welche Kennzahlen berichtet ihr, und wie leitet ihr daraus Maßnahmen ab?
  • Was ist im Angebot enthalten, und was kostet extra?
  • Wem gehören Inhalte, Rohmaterial, Accounts und Werbekonten?
  • Welche KI-Werkzeuge setzt ihr ein, mit welchen Daten, und wer gibt frei?
  • Was passiert bei Vertragsende mit Zugängen, Dateien und Plänen?

Achte genauso auf die Fragen, die die Agentur dir stellt. Wer nach Zielen, Vertriebsprozess und Freigabewegen fragt, plant für dein Unternehmen. Wer direkt Postingzahlen und Formate anbietet, verkauft ein Paket. Eine Agentur ohne Rückfragen zu deinen Zielen ist aus unserer Projektpraxis ein deutliches Warnsignal.


Woran erkennst du eine unseriöse Social Media Agentur?

Eine unseriöse Social Media Agentur erkennst du an garantierten Follower- oder Reichweitenzahlen, an Angeboten für gekaufte Reichweite und an fehlenden überprüfbaren Referenzen. Jedes dieser Signale allein ist ein Grund, das Gespräch zu beenden. Weitere Warnsignale sind:

  • Die Agentur fragt nach deinem Passwort, statt eine Rolle oder einen Partnerzugang zu beantragen.
  • Profil oder Werbekonto sollen auf den Namen der Agentur laufen.
  • Case-Studies nennen weder Kunden noch Zeitraum noch Kennzahlen.
  • Zu Nutzungsrechten, Datenschutz oder Werbekennzeichnung gibt es keine Aussagen.
  • Das Angebot nennt einen Preis, aber keinen klaren Leistungsumfang.

Instagram stuft Drittanbieter-Apps, die Likes, Follows oder Kommentare künstlich erzeugen, als Verstoß gegen Gemeinschaftsrichtlinien und Nutzungsbedingungen ein. Schon im November 2018 kündigte Instagram an, solche unechten Interaktionen zu entfernen. Gekaufte Reichweite verfälscht zusätzlich deine Kennzahlen: Engagement Rate und Zielgruppendaten zeigen dann nicht mehr die Menschen, die du erreichen willst.

Garantien für Follower oder Reichweite sind unseriös, weil keine Agentur die Ausspielung durch die Algorithmen der Plattformen kontrolliert. Seriöse Agenturen sichern Leistungen zu, etwa die Zahl der Beiträge, Reaktionszeiten im Community Management und feste Reporting-Termine. Für Ergebnisse vereinbart ihr Zielwerte, die ihr gemeinsam überprüft und bei Bedarf anpasst.


Was kostet eine Social Media Agentur?

Was eine Social Media Agentur kostet, hängt vom Leistungsumfang ab: von der Zahl der Kanäle, der Veröffentlichungsfrequenz, dem Produktionsaufwand, den Zeiten im Community Management und der Kampagnensteuerung. Einen einheitlichen Marktpreis gibt es nicht. Ein Retainer ist eine feste Monatspauschale für einen vereinbarten Leistungsumfang. Daneben gibt es weitere Abrechnungsmodelle, die sich kombinieren lassen:


ModellSo wird abgerechnetPasst fürDarauf achten
Monatliche Pauschale (Retainer)fester Betrag pro Monat für einen definierten Umfanglaufende Betreuung von Kanälengenaue Leistungsliste, Regel für Mehr- und Minderleistungen
Stunden- oder Tagessatznach Aufwand, oft als KontingentBeratung, Workshops, schwankender BedarfKontingent, Stundennachweis, Obergrenze
ProjektpreisFestpreis für ein abgegrenztes ErgebnisStrategie, Audit, Kampagne, ProduktionAbnahmekriterien, Zahl der Korrekturschleifen
Erfolgsabhängiger AnteilBonus oder variabler Anteil bei vereinbarten ZielenKampagnen mit messbaren Zielen wie Leadssaubere Messung, realistische Ziele, Einfluss der Agentur auf das Ergebnis

Getrennt vom Agenturhonorar kalkulierst du in der Regel das Mediabudget für Anzeigen sowie Kosten für Produktionstage, Creator-Honorare, Tool-Lizenzen und lizenzierte Musik oder Bilder. Frag in jedem Angebot ausdrücklich, was nicht enthalten ist. Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle Agenturen auf dasselbe Briefing antworten.

Mehr dazu: Was Social Media Betreuung kostet und wovon der Preis abhängt.


Was muss im Vertrag mit einer Social Media Agentur stehen?

Im Vertrag müssen Leistungsumfang, Nutzungsrechte, Eigentum an Accounts und Werbekonten, Datenschutz, Laufzeit und die Übergabe bei Vertragsende geregelt sein. Diese Punkte entscheiden, ob du nach einem Agenturwechsel ohne Neustart weiterarbeiten kannst. Die Tabelle dient dir als Vertragscheck vor der Unterschrift.


RegelungspunktWas drinstehen sollteWarum es zählt
LeistungsbeschreibungKanäle, Frequenz, Formate, Zeiten im Community Management, Reporting-RhythmusGrundlage für Abnahme, Nachträge und den Abgleich mit dem Angebot
Nutzungsrechtejede Nutzungsart einzeln: organische Posts, Anzeigen, Website, Print, Messe; dazu Dauer und GebietOhne Einzelnennung entscheidet der Vertragszweck über den Umfang (§ 31 Abs. 5 UrhG).
Rohmaterial und ProjektdateienHerausgabe von Rohdaten, offenen Dateien und VorlagenWeiterarbeit ohne Neuproduktion nach einem Wechsel
Accounts und WerbekontenInhaber ist dein Unternehmen, die Agentur erhält personalisierte RollenZugriff, Daten und Zahlungsmittel bleiben bei dir
AuftragsverarbeitungVertrag nach Art. 28 DSGVO, wenn die Agentur personenbezogene Daten in deinem Auftrag verarbeitetPflicht bei weisungsgebundener Verarbeitung personenbezogener Daten
Laufzeit und KündigungMindestlaufzeit, Kündigungsfrist, Regel zur Anpassung des LeistungsumfangsPlanbarkeit für beide Seiten
Exit und ÜbergabeÜbergabeprotokoll mit Zugängen, Redaktionsplan, laufenden Kampagnen und offenen AnfragenWechsel ohne Lücke auf deinen Kanälen

Der Vertragscheck ersetzt keine juristische Prüfung, er bereitet sie vor. Besonders oft klärungsbedürftig sind zwei Punkte: die Rechte an Inhalten und der Datenschutz im Community Management. Beide erklären die folgenden Abschnitte. Lass dir Änderungen am Vertragsentwurf immer schriftlich bestätigen, auch wenn ihr sie im Gespräch geklärt habt.


Wem gehören Inhalte, Accounts und Werbekonten?

Accounts und Werbekonten sollten immer auf dein Unternehmen laufen, die Agentur erhält personalisierte Rollen. An Inhalten erhältst du Nutzungsrechte. Ein Nutzungsrecht ist die Erlaubnis, ein urheberrechtlich geschütztes Werk auf bestimmte Arten zu nutzen. Nach § 31 Urheberrechtsgesetz kann ein Nutzungsrecht einfach oder ausschließlich sowie räumlich, zeitlich oder inhaltlich beschränkt eingeräumt werden.

Für die Praxis zählt vor allem Absatz 5 dieser Vorschrift. Sind die Nutzungsarten nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, richtet sich der Umfang nach dem Vertragszweck, den beide Partner zugrunde gelegt haben. Steht im Vertrag nur „für Social Media“, kann die spätere Nutzung eines Videos auf einer Messe oder in einem Imagefilm strittig werden. Liste die Nutzungsarten deshalb einzeln auf und regle die Herausgabe von Rohmaterial und offenen Projektdateien.


Brauchst du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung?

Einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung brauchst du, wenn die Agentur personenbezogene Daten weisungsgebunden in deinem Auftrag verarbeitet. Auftragsverarbeitung ist die Verarbeitung personenbezogener Daten durch einen Dienstleister nach Weisung des verantwortlichen Unternehmens. Die Datenschutzkonferenz erläutert im Kurzpapier Nr. 13, dass Verantwortliche dafür einen Vertrag nach Art. 28 DSGVO schließen müssen, schriftlich oder elektronisch. Als Beispiele nennt sie unter anderem die Betreuung von Kontaktformularen und Callcenter ohne wesentliche eigene Entscheidungsspielräume.

Community Management mit Zugriff auf Kommentare und Direktnachrichten ist aus unserer Sicht ähnlich gelagert. Lass die Einordnung für deinen Fall von deiner oder deinem Datenschutzbeauftragten prüfen. Eine seriöse Agentur legt dir von sich aus einen Vertragsentwurf vor.


Wie prüfst du, wie eine Social Media Agentur KI einsetzt?

Frag nach eingesetzten Werkzeugen, nach den Daten, die in diese Werkzeuge fließen, nach der menschlichen Freigabe und nach der Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Eine gute Agentur erklärt dir für jeden Arbeitsschritt, wo KI hilft und wer verantwortet, was veröffentlicht wird.

KI gehört in vielen Unternehmen zum Alltag. Laut der Erhebung des Statistischen Bundesamts zur KI-Nutzung in Unternehmen nutzten 2025 in Deutschland 26 Prozent der Unternehmen ab zehn Beschäftigten künstliche Intelligenz. Von diesen erzeugten 52 Prozent damit Bilder, Videos oder Audio. Für die Agenturwahl heißt das: Die Frage ist nicht, ob eine Agentur KI nutzt, sondern wie sie Qualität, Vertraulichkeit und Rechte absichert.

  • Welche KI-Werkzeuge nutzt ihr für Texte, Bilder, Video und Auswertung?
  • Welche vertraulichen Daten gebt ihr in diese Werkzeuge ein, und unter welchen Bedingungen?
  • Wer prüft jeden Beitrag und gibt ihn frei, bevor er erscheint?
  • Wie kennzeichnet ihr KI-generierte oder stark bearbeitete Bilder und Videos?

Welche Inhalte du kennzeichnen musst und was die europäische KI-Verordnung dazu regelt, erklärt unser Beitrag zur KI-Kennzeichnung auf Social Media. Mediatouch arbeitet mit KI-gestützten Redaktionsworkflows, in denen Menschen jeden Beitrag vor der Veröffentlichung prüfen und freigeben.


Wie sehen die ersten 90 Tage mit einer neuen Social Media Agentur aus?

Die ersten 90 Tage schaffen Grundlagen und liefern erste belastbare Daten. Ein guter Ablauf beginnt mit Kick-off und Audit, führt über Strategie und Redaktionsplan zum Livegang und endet mit einem Reporting samt Maßnahmenplan. Die Tabelle zeigt den Ablauf, wie wir ihn bei Mediatouch aufsetzen.


ZeitraumWas passiertErgebnisDein Aufwand
Tag 1 bis 14Kick-off- und Strategie-Workshop, Zugänge per Rolle, Übergabe vom bisherigen Dienstleister, Audit der KanäleAudit mit Befunden, geklärte ZugängeWorkshop, Unterlagen, Freigabe der Zugänge
Tag 15 bis 30Zielbild pro Kanal, Themenlandkarte, Formate, Freigabeprozess, erster RedaktionsplanStrategiepapier und Plan für den ersten MonatAbstimmung und Freigabe der Strategie
Tag 31 bis 60Produktion, Livegang, Community Management, bei Bedarf erste Kampagnenregelmäßige Veröffentlichung, vereinbarte Reaktionszeitenein Call pro Woche, Freigaben
Tag 61 bis 90Auswertung, Tests von Formaten und Zielgruppen, AnpassungenReporting mit Insights, Maßnahmenplan für den nächsten ZyklusReporting-Termin, Entscheidungen

Ein Audit ist eine strukturierte Bestandsaufnahme aller Kanäle, Inhalte, Kennzahlen und Abläufe. Wie du es selbst durchführst, zeigt unser Leitfaden zum Social Media Audit mit Checkliste. Nach 90 Tagen kannst du die Zusammenarbeit beurteilen: Termintreue, Beitragsqualität, Reaktionszeiten und die Tiefe der Auswertung. Reichweite und Follower entwickeln sich aus unserer Projektpraxis oft langsamer. Bewerte sie im Trend über mehrere Monate statt im Vergleich einzelner Wochen.


Worauf achtest du bei einer Social Media Agentur in Hannover oder in deiner Nähe?

Bei einer Agentur in deiner Nähe zählt vor allem, ob sie Workshops und Produktionen vor Ort leisten kann. Für Redaktion, Community Management und Reporting spielt die Entfernung kaum eine Rolle, weil diese Arbeit über Calls und gemeinsame Tools läuft. Nähe hilft bei Formaten, die Präsenz brauchen: Strategie-Workshops mit Geschäftsführung und Fachabteilungen, Drehtage im Werk, Messe-Coverage oder Fototermine für Mitarbeiterporträts.

Mediatouch ist eine Social Media Agentur aus Hannover und arbeitet seit 1997 für Kunden vom KMU bis zum Konzern. Suchst du eine Social Media Agentur in Deutschland außerhalb deiner Stadt, frag nach Reisekosten und Produktionspartnern in deiner Region. Diese Punkte gehören ins Angebot und nicht in spätere Nachträge.


Wie arbeitet Mediatouch mit neuen Kunden?

Mediatouch startet jede Zusammenarbeit mit einem Strategie-Workshop und einem Audit der Kanäle und arbeitet danach im Wochenrhythmus. Dein Aufwand liegt bei einem Call pro Woche und den Freigaben. Aus dem Audit entstehen ein Zielbild pro Kanal, eine Themenlandkarte und eine 90-Tage-Roadmap. Monatliche Reportings mit Dashboard und Maßnahmenplan steuern den nächsten Zyklus. Die Leistungen im Einzelnen beschreibt die Seite zur Social Media Betreuung von Mediatouch.

Für die Continental AG ist Mediatouch Leadagentur für den globalen Meta-Auftritt. Der Case Continental nennt nach acht Jahren 4.742 Postings und 565 Mio. Impressions inklusive Anzeigen. Für iF DESIGN verantwortet Mediatouch die globalen Social-Media-Kampagnen. Der Case iF DESIGN zeigt nach sechs Monaten 25.000 neue Follower. Corporate Influencer sind Mitarbeitende, die auf eigenen Profilen für ihr Unternehmen sprechen. Ein solches Programm hat Mediatouch für NTT DATA Business Solutions auf LinkedIn aufgebaut. Der Case NTT DATA Business Solutions nennt nach zwölf Monaten 243.404 erreichte Mitglieder.

Nadine Hunkert-Marah von der Continental AG sagt über die Zusammenarbeit: „Seit über acht Jahren betreut Mediatouch unsere Social-Media-, Ads- und Community-Management-Aktivitäten auf Meta, LinkedIn und TikTok – verlässlich, mitdenkend und mit einem guten Gespür für unsere Marke. Eine Zusammenarbeit, auf die wir uns verlassen können.“ Achte bei jeder Agentur darauf, ob ihre Case-Seiten Zeitraum, Leistungsumfang und Kennzahlen nennen.


Fazit

Die Wahl einer Social Media Agentur ist eine Entscheidung über Arbeitsweise und Verantwortung, nicht allein über Kreativität. Wer Angebote mit Nachweisen bewertet und Rechte sowie Zugänge vertraglich sichert, kann später wechseln, ohne bei null anzufangen. Plane die ersten 90 Tage als gemeinsame Testphase mit vorher vereinbarten Kriterien. Danach weißt du, ob die Zusammenarbeit trägt.


Häufige Fragen zur Wahl einer Social Media Agentur


Wie finde ich eine gute Social Media Agentur?

Eine gute Social Media Agentur findest du, indem du zuerst Ziele, Kanäle und Budget intern klärst und daraus ein kurzes Briefing machst. Schicke es an drei Agenturen mit passenden Cases, führe Erstgespräche mit derselben Fragenliste und bewerte die Antworten mit einer gewichteten Scorecard. Achte auf Nachweise statt Versprechen: Case-Seiten mit Zahlen, einen Beispielreport, einen Vertragsentwurf und ein Gespräch mit einem Referenzkunden.


Lohnt sich eine Social Media Agentur für kleine Unternehmen?

Für kleine Unternehmen lohnt sich eine Social Media Agentur, wenn der Leistungsumfang eng gefasst ist. Sinnvolle Einstiege sind ein Strategie-Workshop mit Umsetzung durch das eigene Team, die Betreuung von ein bis zwei Kanälen oder regelmäßige Produktionstage für Foto und Video. Aus unserer Projektpraxis bringt ein Kanal, den du regelmäßig und gut bespielst, mehr als mehrere halbherzig gepflegte Profile.


Social Media Agentur oder Freelancer: Was passt besser?

Ein Freelancer passt, wenn du klar umrissene Aufgaben wie Texte, Schnitt oder Kampagnensteuerung vergeben willst und intern jemand die Strategie steuert. Eine Agentur passt, wenn du mehrere Gewerke, feste Abläufe und eine Vertretung bei Urlaub oder Krankheit brauchst. Beide Modelle lassen sich kombinieren, etwa mit einer Agentur für Strategie und Redaktion und einem Freelancer für Fotos vor Ort.


Welche Agentur kann Branding, Social Media und Contentproduktion aus einer Hand?

Markenauftritt, Social Media und Contentproduktion aus einer Hand liefert eine Full-Service-Agentur mit eigener Produktion. Prüfe, ob Strategie, Redaktion, Foto, Video und Community Management im selben Team liegen oder an Subunternehmer gehen. Frag nach Cases, in denen die Agentur Bildsprache und Social-Media-Auftritt gemeinsam entwickelt hat. Mediatouch bietet Social-Media-Betreuung und Content Creation an und übernimmt bei Bedarf beides zusammen.


Wie lange sollte ein Vertrag mit einer Social Media Agentur laufen?

Aus unserer Projektpraxis sollte die erste Laufzeit mindestens einen Zyklus von 90 Tagen abdecken, damit Audit, Strategie, Livegang und erste Auswertung abgeschlossen sind. Wichtiger als die Dauer sind faire Kündigungsfristen und eine Exit-Regel mit Übergabe von Zugängen, Redaktionsplan, Rohdaten und laufenden Kampagnen. Eine lange Mindestlaufzeit ohne Begründung ist ein Warnsignal, eine sehr kurze verhindert belastbare Ergebnisse.

Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage für die redaktionelle Praxis ein und stellt keine Rechtsberatung dar.


Autor: Joscha Kukemüller, Geschäftsführer der Mediatouch GmbH
Joscha Kukemüller leitet Mediatouch, die Social Media Agentur aus Hannover, und verantwortet die Umsetzung von Social-Media-Programmen für Industrie- und B2B-Marken. Sein Schwerpunkt liegt auf Content Operations und KI-gestützten Redaktionsworkflows mit klaren Qualitätsregeln.

Transparenzhinweis: Bei Recherche und Entwurf dieses Beitrags kamen KI-gestützte Werkzeuge zum Einsatz. Aussagen, Beispiele und Quellen wurden anschließend redaktionell geprüft und eingeordnet. Die redaktionelle Verantwortung für den veröffentlichten Text liegt bei der Mediatouch GmbH.

Keine Lust, es selbst zu machen?

Du suchst eine Agentur, die transparent arbeitet und ihre Ergebnisse belegt? Wir starten mit einem Strategie-Workshop und einem Audit deiner Kanäle und zeigen dir im Erstgespräch, wie eine 90-Tage-Roadmap für dein Unternehmen aussieht, mit Ablauf, Aufwand und festen Ansprechpartnern.

Weiterführende Services
Strategie, Redaktion, Community Management und monatliches Reporting übernimmt unsere Social Media Betreuung. Reels, Videos, Fotos und Karussells entstehen in unserer Content Creation. Anzeigen auf Meta, LinkedIn und TikTok planen und steuern wir im Bereich Paid Ads. Für erklärungsbedürftige Produkte und B2B-Zielgruppen gibt es unser Angebot Social Media für Industrie und Mittelstand.

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